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Vorwort
Aus zahlreichen Reaktionen wissen wir, daß unsere Rundschreiben verschiedensten Ansprüchen gerecht werden müssen, einige Leser erwarten Tipps zum Hobby, andere Berichte über unser Vereinsleben. Einige Leser(Innen!) erwarten mehr lockere und humorvollere Beiträge, aber ein Witzheft wollen wir auch nicht werden. Etliche warten sehnsüchtig auf den neuesten Stand beim Versuch, den Landesverband aus seiner Lethargie zu reissen, einer hat sich gemeldet, der will darüber nichts mehr lesen. Wenn wir bereits im August von vielen gefragt werden, wann endlich das neue Rundschreiben erscheint, dann zeigt auch dieses, daß unser Arbeitseinsatz nicht ganz vergeblich ist.
Wenn nichts aussergewöhnliches geschieht, wollen wir das Thema Landesverband mit diesem Heft vorläufig abschliessen. Es ist, dank einiger Gastautoren, ein recht umfangreiches Rundschreiben geworden, wir hoffen, daß es wieder konstruktive Kritik gibt.
Unser Dank gilt allen, die in irgendeiner Weise Beiträge geliefert haben, die an der Technik gefeilt haben, die Anregungen gegeben haben, und all jenen, die Zeit und Geld geopfert haben, damit dieses Rundschreiben sogar zum geplanten Zeitpunkt erscheinen kann.
Zum Beleg vom Titelbild:
Am 3.9.2002 hat es die schweren Unwetter mit Überflutungen und Zerstörungen des Muldentales und in Grimma gegeben. Die Deutsche Post hatte den Postverkehr eingestellt. Der private Brief-Service Muldental hat jedoch den Postverkehr aufrecht erhalten.
Beilage
Unser langjähriges Mitglied Scholz fügt diesem Rundschreiben einige Preislisten und Angebote aus dem philatelistischen Bereich bei. Wir bitten um Beachtung.
2. Offener Brief an Ludwig Gambert, 1. Vorsitzender LV Bayern
Sehr geehrter Herr Gambert,
wir schreiben heute den 7. Juli 2004 Vor mehr als zwei Monaten habe ich meinen 1. offenen Brief an Sie veröffentlicht. Ihre Reaktion war exakt so, wie wir sie alle erwartet haben: Es gab gar keine !
Es wäre so einfach gewesen: Der LV hätte seine Beitragserhöhung von 2 € abgefordert und den Vereinen im Jahr 2005 einen Euro pro Mitglied für Werbemaßnahmen oder Jugendarbeit überwiesen.
Oder Sie hätten den 10.000 Vereinsmitgliedern klarmachen können, daß es deren eigene Schuld ist, wenn sie dem Wort ihres LV-Vorsitzenden Glauben schenken.
Aber was taten Sie: NICHTS !
In diesen für alle engagierten Mitglieder schwierigen Zeiten braucht der Landesverband einen Vorsitzenden der begeistert, der neue Wege aufzeigt, der Visionen hat, der Probleme erkennt, der Weichen für die Zukunft stellt. Der Landesverband braucht einen Vorsitzenden, der sein Team motiviert.
Und was hat der Landesverband ? Sie !
Der 1. Vorsitzende Garmisch, Toni Poettinger, stellt in seinen Vereinsnachrichten vom April 2004 auf Seite 14 eine ganz schlichte Frage: „Was nun, Ludwig Gambert ?“
Wir schließen uns dieser Frage an. Sollen wir wirklich bis 2006 mit einer unvollständigen Lösung leben und das Gefühl haben, bei der Landesverbandsspitze wird grundsätzlich zu allen Problemen der Basis alles ausgeschwiegen (ausgesessen)?
Philatelistenverein Fürstenfeldbruck eV Klaus-Peter Lippoldes 1. Vorsitzender
Philatelistenverein Fürstenfeldbruck eV Ralf Reiter 2. Vorsitzender
Antwort Ludwig Gambert, eingegangen am 5.8.2004 im Internet-Gästebuch (!)
Sehr geehrter Herr Lippoldes,
nachfolgend einige Zeilen zu Ihrem Offenen Brief im Rundschreiben 2/2004:
Ich habe schon mehrfach – allerdings noch nicht Ihnen persönlich – die Problematik der Beitragserhöhung erörtert.
Als die Diskussion vor vier Jahren begann, haben sich selbstverständlich auch die Landesverbandsvorsitzenden ihre Gedanken gemacht. Dass ich letztlich als einziger für den LV Bayern gegen die Erhöhung gestimmt habe, ist Ihnen ja wohl bekannt. Parallel dazu haben wir, die LV Vorsitzenden, uns natürlich auch über die Anhebung resp. Nichtanhebung der „LV Beiträge“ unterhalten und sind zu der Überzeugung gelangt, diese nicht zu erhöhen. Das zum Sprachgebrauch „LV Beitrag“ in vielen Gesprächen bei vielen Treffen im kleinen und großen Kreis. Irgendwie hatte ich das auch im Hinterkopf, als ich – nichts böses ahnend – dann auch davon sprach und schrieb den „LV Beitrag“ nicht zu erhöhen. Die überwiegende Mehrzahl hat es aber auch so verstanden wie es gemeint war: Der LV erhöht seinen Anteil nicht, der BDPh seinen Anteil um 2 Euro.
Wer einigermaßen logisch denkt, dem ist auch wohl klar, dass der LV nicht jährlich knapp 20 000 Euro aus seiner Tasche bezahlen kann, ohne kurz- oder langfristig handlungsunfähig zu werden. Wenn diese Zahlung so ohne weiteres möglich wäre, dann hätte der Verband jahrelang überhöhte Beiträge von seinen Mitgliedern gefordert!
Um jetzt mal auf den – an anderer Stelle – von Ihnen angesprochenen Informationsfluss einzugehen: Ich bin mit diesem innerhalb des LV im Moment eigentlich im großen und ganzen zufrieden, im Gegensatz zu dem in Ihrem Verein. Sie haben das seltene Glück an der Quelle zu sitzen, denn Sie haben ein Vorstandsmitglied des LV in Ihren Reihen. Allerdings scheinen Sie sich nicht mit ihm zu unterhalten! Anders kann ich mir Ihr Informationsdefizit (z.B. in Sachen Beitragserhöhung) nicht erklären. Es kann ja wohl nicht sein, dass Dr. Walter Koch den Anschein erweckt hat, es bliebe bei den 12 Euro Beitrag ...
Welche Informationen haben Sie eigentlich vom zuständigen Regionalbeirat erhalten resp. eingeholt?
Nichts für ungut! Ihr
LUDWIG GAMBERT 1. Vorsitzender LV Bayern
Unsere Erwiderung darauf:
1. Informationsfluss
Herr Gambert ist mit dem Informationsfluss innerhalb des LV zufrieden, im Gegensatz zu dem in unserem Verein.
Der Informationsfluß innerhalb unseres Vereines ist eine Angelegenheit, die den Landesverband absolut nichts angeht. Das seltene Glück, ein Vorstandsmitglied des Landesverbandes in unseren Reihen zu haben, mit dem wir uns anscheinend nicht unterhalten, ist kaum zu fassen. Wir kennen jedoch Dr.Walter Koch als integren und loyalen Menschen, mit dem wir uns oft und gern unterhalten, der aber äußerst verschwiegen ist, was Interna des LV-Vorstandes angeht. Unser Informationsdefizit hat nie bestanden, schließlich haben wir die Worte unseres Landesverbands-Vorsitzenden genau gelesen. Übrigens hat ausweislich des Protokolles (TOP 19: Beitragsfestlegung) auch ein anderer Verein Informationsdefizite. Auch dort ist Dr. Koch Mitglied, ebenso unser Regionalbeirat Ansorge. Also kein Brucker Problem. Wenn Herr Gambert 15 Wochen braucht, ein Schreiben zu beantworten, dann zeigt das seinen Informationsfluss. Übrigens hat er knapp 1 Monat vor seiner Antwort den 2. Offenen Brief erhalten......
2. Anhebung / Nichtanhebung der Beiträge
Herr Gambert schreibt oben, daß man sich über die Anhebung / Nichtanhebung der LV-Beiträge parallel zur Erhöhung des BdPh-Beitrages unterhalten hat. Herr Gambert führt dazu in seinem Rechenschaftsbericht wörtlich aus: "Es haben auch noch keine Gespräche in dieser Richtung stattgefunden." Eine Unterhaltung ist also kein Gespräch. Das mag verstehen, wer will. Aus der Formulierung "...noch keine Gespräche" läßt sich eines ganz leicht herauslesen: Der Landesverband hat sich noch nicht entschieden, ob er seinen Beitragsanteil auch erhöht. Kommt eine weitere Beitragserhöhung ?
Oder hat der Landesverbandsvorsitzende ein Kommunikationsproblem ? Denn so, wie er es schriftlich darstellt, hat er sich zwar mit den anderen LV-Vorsitzenden über eine Erhöhung des LV-Anteiles bereits vor Jahren unterhalten, aber es bis dato nicht geschafft, mit seinem LV-Vorstand über das Thema Gespräche zu führen.
3. Brucker Ansichten
Von 364 Stimmen auf dem LV-Tag haben 41 die Entlastung für den LV-Vorstand verweigert, weitere 12 haben sich enthalten. Die Begeisterung der Vereine über den Vorstand scheint sich Bayern-weit arg in Grenzen zu halten. So zu tun, als wenn das Problemchen einzig ein gallisches Dorf an der Amper wäre, ehrt uns, ist jedoch realitätsfern, denn es gibt viele derartige Dörfer, und es werden ständig mehr. In den letzten zwei Jahren wurden viele Baustellen vom Vorstand aufgemacht: das Problem Lutz, die Redaktion LV-Aktuell, die Geschäftsstelle München, die Wahl in Schwandorf, die Beitragserhöhung, neuerdings wohl auch die philatelistische Akademie in Hammelburg, um nur die wichtigsten zu nennen. Positive Impulse für die Vereine waren Fehlanzeige.
Neue Deutsche Rechtschreibung
In allen Kultursprachen gibt es zwei Varianten, nämlich die Literatur-Sprache und die Umgangssprache. Als Beispiel mögen im Englisch Shakespeare und britische Hooligans dienen, im griechischen Homer und Otto Rehakles, bei der deutschen Sprache erkennt man den Unterschied recht einfach bei Schiller, Goethe, Lothar Matthäus und Verona Feldbusch.
Wir vom Redaktionsteam haben uns nach Abwägung aller Aspekte dafür entschieden, bei unserer eigenen bewährten Sprache und Rechtschreibung zu bleiben. Egal, was BILD, LV-Nachrichten und SZ machen.
Spruch des Tages
Und wenn Petrus mich eines Tages fragt, was ich denn Gutes auf Erden getan habe, dann kann ich ihm sagen, daß ich immer fleissig Rundschreiben geschrieben habe.
Beiträge – ein Fass ohne Boden?
Wenn man als Neuzugang im Verein zum ersten Mal hört, dass von einem Beitrag von 20.- € tatsächlich 12.- €, - das sind immerhin 60 % -an den LV bzw. über ihn an den BDPh gehen, erstaunt dies. Und es sollen noch 2.- € mehr werden. Das in einer Zeit, in der selbst die Politik das Sparen zur Chefsache macht. Sicherlich erhalte ich dafür monatlich die Zeitschrift „philatelie“, die sich möglicherweise nicht ganz aus Werbeeinnahmen finanziert und dafür noch reichlich Porto kostet, frage mich aber sofort, warum eine Vereinszeitschrift denn unbedingt monatlich erscheinen muss, zweimonatlich täte es sicher auch. Die Nachrichten des LV erscheinen angeblich vierteljährlich und werden im Verein verteilt. Das ist gut, weil es Porto spart und weil man sofort sieht, wie interessiert die Vereinsmitglieder daran sind, nämlich weitgehend nicht. Und aus ihrem Inhalt ist nicht erkennbar, was eine zwischen den Vereinen und dem BDPh liegende Institution Wichtiges zu vermitteln hat?
Der im Verein immer wieder aufkommenden Frage um einen Austritt, der ja die finanzielle Lage unseres Vereins schlagartig um 250 % verbessern würde, bringe ich zwar durchaus Verständnis entgegen, stehe im aber dennoch ablehnend gegenüber. Es gibt Aufgabenstellungen, die effektiver und kostengünstiger zentral zu lösen sind. Und es gibt Problemstellungen, für die in einigen Vereinen bereits Lösungen vorhanden sind oder besser gemeinsam zu lösen sind. Die Bereitstellung der hierfür nötigen Kommunikationsmittel können nur zentral gelöst werden. Es kann und muss nicht jeder einzelne Verein alles selbst machen. Nur gemeinsam ist man stark.
Besonders wichtig erscheint es mir, dass die Kommunikation zwischen den Vereinen gestärkt wird und Jugendliche für unseren Verein interessiert werden. Da satzungsgemäß für jede Mitgliedschaft in einem dem BDPh angeschlossenem Verein der volle Beitrag zu entrichten ist, behindert das die Mitgliedschaft in mehreren Vereinen und verhindert damit den unmittelbaren Informationsaustausch zwischen den Vereinen. Jugendlichen ebenso den vollen Betrag abzuverlangen fördert nicht gerade deren Bereitschaft, beizutreten. Sogar Bahn und MVV haben ein Familienticket erfunden. Selbst wenn der Verein in diesen Fällen auf seinen Anteil verzichtet, empfinde ich das als Geldschneiderei – oder versenden Sie als Alibi dann die ‚philathelie’ und die LV-Nachrichten doppelt?.
Modernisierungen und Globalisierung gehen sicher nicht spurlos an einem Briefmarkensammlerverein vorbei. Wir leben in einer Zeit, in welcher nur noch wenige Menschen Briefe per Post senden und sie dort nicht mit Marken bekleben, sondern das Porto gegen Quittungsaufdrucke entrichten – die meisten wickeln ihre Kommunikation per Email am Computer ab. Briefmarkensammeln nähert sich langsam archäologischer Forschung nach längst vergangenen Schätzen, will man nicht im Wühltisch obskurer Massenware einem Schlussverkauf frönen. Wir wollen Jugendliche in unsere Vereine bekommen und sie für etwas begeistern, das sie vielleicht in wenigen Jahren nicht mehr erfahren werden, bevor unsere jetzigen Vereinsmitglieder ausgestorben sind. Jugendliche, die hinterfragen, was ihnen für ihren Mitgliedsbeitrag geboten wird. Jugendliche, die von ihrem Verein Aktivitäten fordern. Jugendliche, die von ihrem Verein brauchbare Informationen wollen.
Wir sind mittlerweile so genügsam geworden, dass uns bereits ein gut besuchter Vereinsabend oder Tauschtag befriedigt – Events, die Jugendliche ansprechen, sind das längst nicht mehr.
Und wie stellt sich der LV hierzu? Unzufrieden sind nicht nur Mitglieder in unserem Verein, auch in anderen Vereinen krieselt es und es werden Fragen gestellt.
Ich glaube, dass es an der Zeit ist, deutlichere Worte zu reden. Fühlen wir uns wieder jung! Daher meine Frage: Was haben Sie uns als Landesverband zukünftig für unsere Vereinsarbeit zu bieten? Welche Unterstützung werden Sie zukünftig leisten?
Es ist an der Zeit, dass Sie ein zukunftsweisendes Aktionsprogramm erstellen und umsetzen. Und das ist keine Frage, sondern eine Forderung!
Denn wer nicht mit der Zeit geht, der geht – oder wird gegangen!
Samuel Fleischhacker
Indianische Weisheit
Wenn Du ein totes Pferd reitest, steige ab !
Gastbeitrag von Toni Pöttinger:
Liebe Sammlerfreunde,
Internet ist ja eine tolle Sache, man kommt auf der ganzen Welt herum, kann soviel erleben und man erlebt, wie schnell die Zeit vergeht. Auch ich war lange ein großer Befürworter und habe es forciert, dass mein Verein Garmisch-Partenkirchen dort präsent ist. Warum eigentlich? Da hörte ich vom BDPh, das ist ein neues Medium, wer in sein will, muss das haben. Vor allem bei der Jugend zählt nur noch PC, PC, PC - Aha, ganz klar, wir müssen das machen. Also haben wir unsere schöne Chronik rausgekramt und alles aus der Vereinsgeschichte wichtiges reingepackt. Mit neuen Fotos von der Vereinsspitze, einem Rätsel und was für Junge. Natürlich haben wir das anfangs auch laufend gepflegt und dann immer darauf gewartet, dass jetzt junge Menschen scharenweise zu uns kommen.
Anfangs gab es ja auch schöne Dinge, schon 84 Leute haben im ersten Monat die Seiten angeschaut und von mal zu mal wurden es mehr. Ich habe diese mir auch jeden Monat angeschaut und verglichen, was machen andere. Da war lange Zeit Fehlanzeige. Dennoch waren wir glücklich und haben Monat für Monat an Internet Scherer 18 € bezahlt. Mit der Zeit läppert sich das, und eines Tages kamen wir auf die Idee, unsere Belege und Sonderstempel mit abzubilden, mit den so erzielbaren Einnahmen lässt sich dies leicht finanzieren. Super Idee. Wir werden im Schlaf reich. Und Mitglieder werden alleine zu uns strömen, sind doch unsere Konditionen verlockend, Jugend kostet nichts und Katalogausleihe an Mitglieder kostenlos, Fahrtzuschuesse für SindelfingenBesucher und ... und... und... ! Und mit den vielen Links wird auch das Einkaufen immer leichter, bezahlen kann man eh schon alles von zu Hause aus.
Nachdenklich wurde ich, als nicht das erste Mitglied mir mitteilte, zum Tauschtag bin ich nicht gekommen, weil da finde ich in letzter Zeit nichts mehr und im EBAY gibt es so viele Angebote und da muss man immer dran bleiben, wenn man was will. Ein anderer meinte, übers Surfen habe ich ganz die Zeit vergessen und erst wie ich fertig war, habe ich gespannt, dass der Tauschtag jetzt auch schon vorbei ist. Nun denke ich mir, ich geh zum Kassier und frag, wie der Internet-Verkauf läuft. Der ist super, wir haben nur Ausgaben und noch nicht einen Beleg verkauft. Pech gehabt.
Ich marschiere zum Schriftführer und frage, wie viel Mitglieder sind in den vergangenen 3 Jahren übers Internet zu uns gekommen. Mein Schriftführer ist fix, das weiß sie auswendig. Keines. Nun ja, dann hat sich's ja rentiert. Haben wir etwas falsch gemacht, überlege ich nun, vielleicht haben wir etwas vergessen. In unserer Präsentation sind die Tauschtage drin, was wir noch alles machen, wo man uns treffen kann, wer wir sind usw., wo die Großtauschtage sind, nein vergessen haben wir nichts, aber wir haben einen Fehler gemacht. Der PC ersetzt ja uns selbst, mit einem PC brauche ich keinen Gesprächspartner mehr, keinen Spielpartner, keinen Händler, keinen Ausstellung. Beim PC gibt es alles in einem und auf Knopfdruck Ich dachte mir, logo, ganz einfach, wir stellen beim Tauschtag einen eigenen PC auf mit Internet und eBay und super die noch anwesenden Mitglieder waren begeistert, das hatten Sie bisher noch nicht gesehen, und die netten Mädels, echt super. Es dauerte nicht lang und einige der Herren hatten nun auch einen PC, natürlich wegen der tollen ( Briefmarken) Angebote. Fazit: Willst Du als erfolgreicher Vereinsboss etwas Ruhe dann greife lieber zum PC. Viele Lösungen kommen von ganz allein und das Nachdenken nimmt er Dir auch ab.
Eine HorrorVorstellung der Zukunft könnte sein, Briefmarkensammler kommen zum Tauschtag und bringen nur noch Ihren Laptop mit, drin steht, was man alles hat, was man noch sucht, was es kostet und bis wann es lieferbar ist. Vorbei die Zeit des Schleppens, des Suchens, der Mühe mit dem schlechten Tageslicht, mit den zu kleinen Bildchen, Stempeln etc. Ein Knopfdruck, und die gewünschte Marke erscheint bildschirmgross. Ein weiterer Knopfdruck und Dein Geld wandert auf mein Konto. Und die Sendung holt UPS von zu Hause ab und bringt sie Dir nach Hause, logo, da brauch ich mir auch gar keine Briefmarken mehr kaufen, der PC druckt das Label gleich mit aus. Und Du sparst Dir das Ablösen und Aufheben. Nach ein paar weiteren Tagen frage ich mich also, für was brauche ich eigentlich noch den Sammlerverein, alles gibt es doch auch zu Hause und auf Knopfdruck. Als noch erfolgreicher Vereinsboss werde ich unsere Internetpräsenz demnächst beenden und nur noch gezielt zu Veranstaltungen einsetzen.
Geholfen hat mir dieser Gute Rat überhaupt nichts und bei meiner Vereinstätigkeit arbeitet er konkret gegen mich, weiß er doch immer alles und ohne nachdenken. Vielleicht ist manches zu hart geschildert aber alles ist wahr und viele andere Vorstände werden mir beipflichten. Mit Internet und PC und EBAY zuhause gibt es Argumente GEGEN den Verein.
Toni Poettinger 1.Vorsitzender GAP, Mitglied in DAH,FFB,IBKPenzberg etc.
Internet
Der 1. Vorsitzende des Briefmarken und- Münzensammler Clubs Philatelia e.V. Garmisch - Partenkirchen, Toni Poettinger, fragt sich: „Was bringt eigentlich unser Internetauftritt?“ und zieht eine negative Bilanz ganz in Sinne: „Außer Spesen nichts gewesen!“
Vielleicht ist Herr Poettinger mit einer etwas zu euphorischen Erwartungshaltung ins Internet gestürmt. Den Glauben, dass jeder Internetauftritt ein Goldesel ist, haben die Aktienkurse der New-Technology längst als Irrglaube entlarvt.
Internetauftritte sind, wie jede Öffentlichkeitsarbeit, zunächst nur Arbeitsaufwand. Sie bewirken aber, sich mit Ideen und Zielen des Vereins kritisch auseinander zu setzen, denn sie konkurrieren dann erstmals auf der Bühne der Öffentlichkeit. Dies führt zwangsläufig zu einer Belebung und vielleicht auch zu einer Neuorientierung. Je offener berichtet wird, desto sachlicher und präziser wird diskutiert, desto umsichtiger und höflicher wird die Auseinandersetzung. Dass dadurch Machtstreben, Intrigen und Verleumdungen behindert werden, ist sicher nicht schädlich.
Die Vielzahl derer, die auf das Internet zugreifen können, lässt vermuten, dass sich hiermit vorteilhaft Verkäufe tätigen lassen. Wie gut das geht, zeigen ebay oder amazon. Nur zu gerne wird vergessen, dass auch mit den modernsten Verkaufsstrategien Ladenhüter nicht zu Bestsellern werden und der selbst eingerichtete Internet-Shop erst einmal fast so bekannt sein müsste wie ebay. Da ist es eben vernünftiger, gleich ebay zu benutzen.
Aus meiner Sicht kann sich materieller Nutzen für die Vereinsmitglieder ergeben, wenn ihnen eine kostenlose Plattform zur Darstellung ihres Hobbys gegeben wird. Mich selbst verwunderte, wie viele Spielarten des Briefmarkensammeln es gibt und wie viele Gemeinsamkeiten dennoch vorhanden sind. Für viele Mitglieder ist dies vielleicht auch der erste und einzige Kontakt mit dem Internet, für andere stellt es eine schnelle Informationsmöglichkeit dar.
Für den Verein selbst bedeutet ein Internetauftritt in erster Linie Kosten, die es gering zu halten gilt. Dafür kann er sich weltweit präsentieren und ist per Email schnell erreichbar. Vorteile also, die materiell nicht zu fassen sind.
Deshalb halte ich im Gegensatz zu Herrn Toni Poettinger einen Internetauftritt für einen Verein wichtig auf seinem Weg in unserer modernen Mediengesellschaft.
Samuel Fleischhacker
Kommentar zu den beiden vorhergehenden Beiträgen
Die Möglichkeiten des Internet sind grossartig. Einige Milliarden Seiten bieten Informationen im Überfluß. In Sekundenbruchteilen läßt sich in Stadtarchiv von Paderborn herausfinden, daß einer meiner Vorfahren 1440 seinen Knecht erschlagen hat. In Sekundenbruchteilen läßt sich in China die deutschsprachige Bedienungsanleitung für einen Fotoapparat herunterladen. Das Angebot eines neuseeländischen Briefmarkenhändlers kann ebenso angeschaut werden wie das momentane Wetter in Wladiwostok.
Wer nun meint, daß die ganze Welt darauf gewartet hat, daß ein Philatelistenverein in Bayern sich darstellt, irrt gewaltig. Wir sind ins Internet gegangen, um zu zeigen, daß es uns gibt. Vielleicht zu vergleichen mit einer Zeitungsanzeige, auch bei der weiß man nicht, was herauskommt.
In Anbetracht der Tatsache, daß über die Hälfte unserer Mitglieder gar keinen Internetzugang haben, kann unsere Homepage auch nicht die Rundschreiben ersetzen.
Daß sich doch erste bescheidene Erfolge einstellen, mag man dem Überblick auf der nächsten Seite entnehmen, es ist ein Erfolg, wenn sich Sammler aus Berlin melden, weil sie einen Tauschpartner für DDR-Dauerserien suchen. Mitglieder bei uns werden die bestimmt nicht.
Nachdem wir im Rundschreiben 1/2004 bereits sehr "techniklastig" waren, und in diesem Rundschreiben wieder einige Seiten diesem Thema gewidmet waren, schlage ich vor, daß wir uns in Zukunft wieder mehr philatelistischen Themen zuwenden.
Unsere Homepage
Anzahl der Besucher bis 24.September: 1660
Einige Resultate: Neuer Besucher im Verein Mehrere interessante Tausch-/Kaufkontakte Eine entfernte Verwandte hat sich wg. Ahnenforschung bei einem Mitglied gemeldet Bitte um Begutachtung eines Nachlasses
Auszüge aus Gästebuch:
Datum: 19.07.2004 Autor: Reinhard Eintrag-Nr.: 7 Tolle Webseite habt ihr hier. Schreibt ruhig mehr über Börsen und Treffen!
Datum: 30.04.2004 Autor: Markus Eintrag-Nr.: 6 Dickes Lob für eure Ebaytips! Die sollten nicht nur unter Wissenswertes stehen. Habe bisher noch keine so ausführliche und leicht verständliche Einführung zu Ebay gelesen!
Datum: 23.03.2004 Autor: Ansorge Erhard Eintrag-Nr.: 5 mailto:briefmarken-lvbayern@t.online.de Die Homepage ist sehr gut gelungen. Hoffentlich habt ihr täglich viele Besucher. Beirat Oberbayern-West
Datum: 10.03.2004 Autor: Werner Leigh Eintrag-Nr.: 4 mailto:werner.leigh@web.de Also, liebe Häuptlinge, ihr habt euch richtig Mühe gegeben (wie immer), bravo. Jetzt sollte sich was rühren im Club. Ich wünsch mir das sehr. Bis bald.
Datum: 06.03.2004 Autor: Anne Eintrag-Nr.: 3 Tolle Seite die ihr da habt.
Jugendarbeit
Für die engagierte Jugendarbeit unseres Herrn Schweitzer hat es etliche philatelistische Spenden gegeben. Herzlichen Dank dafür. (Und weiter so !)
Sind wir ein Verein 2. Klasse?
Im 12. Jahrhundert wurde es durch die Rüstungen der Ritter und ihren größeren Gefolgschaften immer schwieriger, Feind und Freund im Kampf auseinander zu halten. Wappen auf den Schilden und Fahnen zeigten nun jedermann, wohin er gehört. Wappen und Fahnen sind von alters her Zeugnisse der Zusammengehörigkeit. Sie wurden Zeichen meist adeliger Familien und abgeleitet vom feudalen Herrschertum, heute auch Hoheitszeichen als Symbole staatlicher Gewalt.
Der Wunsch eines Vereins, durch Verwendung des Landkreis- und Gemeindewappen seiner Zugehörigkeit und Verbundenheit zur Region Ausdruck zu verleihen ist in der Gemeindeordnung geregelt. Dort ist vom Grundsatz her eine Zustimmung erforderlich. Das bayerische Staatsministerium des Inneren sieht jedoch eine Genehmigung nur dann erforderlich, wenn man es als eigenes Wappen führen will oder es im Wirtschaftleben verwendet. „Im übrigen dürfte es auch nicht als Verstoß gegen das Recht des Wappenberechtigten anzusehen sein, wenn die Verwendung des Wappens eindeutig nur im Sinn einer Herkunftsbezeichnung verwendet wird, also lediglich einen Hinweis auf die Herkunft oder den örtlichen Wirkungsbereich des Wappennutzers geben soll.“
Als anständiger Mensch fragt man vorsichtshalber nach.
Der Landkreis Fürstenfeldbruck antwortete: “... Diese Verwendungsarten sind einer dauerhaften Führung des Wappens im Briefkopf gleichzusetzen, die für Dritte nach unseren Richtlinien zur Verwendung des Landkreiswappens grundsätzlich nicht vorgesehen ist. Ausnahmen davon sind möglich, wenn u. a. eine besondere Verbundenheit zum Landkreis besteht. Dies wäre z. B. der Fall bei einer Mitgliedschaft des Landkreises im Philatelistenverein oder einer unterstützenden Funktion des Philatelistenvereins bei der Aufgabenwahrnehmung des Landkreises. Da ein Ausnahmefall nicht vorliegt, kann die Genehmigung zur Wappenverwendung leider nicht erteilt werden. Wir hoffen auf Ihr Verständnis und verbleiben ...“
Die Stadt Fürstenfeldbruck antwortete: „...vielen Dank für Ihre Anfrage vom 15. Juni 2004. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir die Verwendung des Wappens der Stadt Fürstenfeldbruck für die von Ihnen beschriebenen Zwecke nicht erlauben. Wir danken für Ihr Verständnis.“
Da wir kein reicher Tennisclub, Schützen- oder Fliegerverein sind, können wir uns eine Auseinandersetzung mit unseren Hoheitsträgern sicher nicht leisten, um festzustellen, ob diese etwas nicht genehmigen dürfen, was wahrscheinlich nicht einmal genehmigt werden muss. Mich stört aber weit mehr, das weder das Landratsamt, noch die Stadt Fürstenfeldbruck vorschlagen, wie man denn ihrer Meinung nach in geeigneter Weise als Verein seine regionale Verbundenheit ausdrücken könnte. Oder ist das eventuell gar nicht gewünscht. Oder sind wir ein Verein 2. Klasse, denn andere Vereine geizen nicht mit Brucker Wappen, wie man unschwer im Internet unter http://fuerstenfeldbruck.de/ bei Vereine nachsehen kann. Alle Vereine sind gleich, nur einige sind noch gleicher?
Bleibt also die Frage: Warum heißen wir eigentlich Philatelistenverein Fürstenfeldbruck.
Samuel Fleischhacker
Anmerkung dazu:
Mit diversen Sonderstempeln, Bildpostkarten, Veranstaltungen haben wir viel Werbung für die Stadt Fürstenfeldbruck betrieben. Daß bestimmte Vereine etwas gleicher behandelt werden als andere, wen wundert es ? Es ist unwahrscheinlich, daß wir als Verein für ein öffentliches Sommerfest den Marktplatz bekommen würden. Nun, der Verein kann auch ohne das Stadtwappen leben. Oder wir entwerfen uns unser eigenes Stadtwappen. Landwirtschaftlicher Hintergrund mit roten Sprenkeln auf schwarzem Filz.
Volksfest FFB
Auf dem Brucker Volksfest traf ich überraschenderweise unser Mitglied Pütz, Berlin. Es geht ihm gut, speziell, weil er pensioniert wurde. Noch immer nimmt er rege Interesse an den Vorgängen in unserem Verein. Ganz herzliche Grüsse an alle, die sich an ihn erinnern.
Neuzugänge Literatur
Ausstellungsordnung Ansichtskarten Anleitung zur Gestaltung von Ausstellungsblättern per PC Michel Nord-Amerika Philatelistisches Wörterbuch / Katalogbeschreibungen Michel / Yvert / Stanley-G. / Scott / Edifil
Die Briefmarke
Was ist überhaupt eine Briefmarke ? Jeder kennt sie, aber eine Definition zu finden, ist sehr schwierig. Daher einige Definitionen zur Auswahl:
Definition des Erfinders des Briefmarke, Sir Rowland Hill:
"Stücke(n) von Papier...gerade groß genug, um den Stempel zu tragen und auf der Rückseite mit Leim bestrichen"
Definition gem. Prüfordnung Bund Philatelistischer Prüfer (Anhang zur Prüfordnung) - Postwertzeichen:
Postwertzeichen sind von einer zur Wahrnehmung des Postdienstes autorisierten Stelle (staatliche Behörde, Postverwaltung, lizenziertes privates Unternehmen) oder in deren Auftrag hergestellte und herausgegebene Marken und Ganzsachen, die
- als Quittung für eine bestimmte postalische Leistung (einschließlich der Verwendung im Innendienst), oder
- als Bestätigung der Postgebührenfreiheit (z.B. Portofreiheitsmarken, Feldpostmarken),
- oder als Voraussetzung der Zulassung zur Postbeförderung (z.B. Zwangssteuermarken, Nachportomarken, Feldpostzulassungsmarken) dienen.
Wenn Postämter Marken oder Gebührenzettel unter besonderen Bedingungen herstellen oder herstellen lassen (Lokal- oder Notausgaben), liegt ein Postwertzeichen vor, wenn dessen bedarfsmäßige Verwendung nachgewiesen ist oder wenn die Posthoheit wahrnehmende Autorität diese Ausgabe sanktioniert hat.
Postwertzeichen sind ferner Freimarken, die in Wertzeichendruckern hergestellt werden, Freistempel (Post- und Absenderfreistempel, Internetfrankaturen) sowie Internationale Antwortscheine (IAS).
Privatpostmarken werden ebenfalls als Postwertzeichen bezeichnet, solange sie von einer staatlich konzessionierten Privatposteinrichtung verausgabt werden. Voraussetzung ist ausdrücklich eine staatliche Anerkennung und Zulassung zur Ausübung eines Postbetriebes mit Annahme, Weiterführung und Zustellung von Postsendungen von und an jedermann. Dabei kann dieser Postdienst regional oder lokal beschränkt sein.
Keine Postwertzeichen sind Hinweiszettel, die keine Voraussetzung für die Zulassung zur Postbeförderung darstellen, sondern lediglich Hinweise für die postalische Behandlung von Sendungen geben (z. B. Einschreiben, Express, Luftpost, "Gebühr bezahlt Empfänger" usw.).
Ohne Vorliegen einer autorisierten Postlizenz sind von privater Seite hergestellte Marken keine Postwertzeichen, sondern Vignetten.
Gerichtliche Definition:
Das Bonner Landgericht vor dem Hintergrund des Umtausches DM/€-Marken (aus: Philatelie, Nr. 326, Seite 46):
Briefmarken sind trotz Herausgabe durch das Bundesfinanzministerium nicht mehr als amtliche Wertzeichen, sondern als "INHABERMARKEN" definiert: Da die Briefmarken ausschließlich über die Deutsche Post verkauft würden, könnten sie im Gegensatz zu früher nicht mehr den Status amtlicher Wertzeichen im Sinne eines Zahlungsmittels beanspruchen, sondern seien als Inhaberschuldmarken eine Art Anrechtsschein auf eine bei Abgabe schon bereits definierte Beförderungsleistung. Briefmarken sind auf Verrechnung gerichtet, zwar nicht auf eine bestimmte Leistung gerichtet (mit Briefmarken können ganz unterschiedliche Porti ausgeglichen werden) aber sie sind in ihrer Verwendbarkeit - so das Gericht - von vorneherein stark eingeschränkt. Sie werden auch nur von der Deutschen Post akzeptiert, so daß diesen schon von daher nicht der Charakter eines Zahlungsmittels mehr zukommt.
Die erste Briefmarke:
Eigentlich erfunden von einem österreichischen Finanzbeamten der Wiener Hofpostverwaltung im Jahre 1835. Jedoch dauerte der österreichische Entscheidungsprozeß sehr lange, so daß der Vorschlag von Rowland Hill aus dem Jahr 1837 schneller zum Resultat führte, am 1.5.1840 erschien die "Black Penny". Die erste deutsche Briefmarke erschien am 1.11.1849 in Bayern (Schwarzer Einser).
Die erste farbige Briefmarke:
Sie erschien 1845 in Basel ("Basler Dybli")
Die erste Sondermarke:
1871 gab die peruanische Post die erste Sondermarke anläßlich des 20-jährigen Bestehens einer Eisenbahnlinie heraus.
Die wertvollste Briefmarke:
Unbekannt, diese Frage ist ebenso wie die Frage, welches das teuerste Gemälde ist, nicht zu beantworten. Ein Preis jenseits der 5 Mio € dürfte für einige Marken zu erzielen sein, sofern sie auf den Markt kommen würden: 1c Britisch-Guyana von 1856 dürfte dazu gehören, ebenso die 3 Sk gelborange von Schweden aus 1855 (nur je 1 Stück bekannt). Die Blaue Mauritius ist zwar viel beliebter, aber mit 12 bekannten Stücken längst nicht so selten.
Die Zähnung:
Der Brite Henry Archer erfand 1850 eine Maschine zur Zähnung von Markenbogen.
Die Schriftzeichen:
Der Weltpostverein (UPU) hat festgelegt, daß für internationale Sendungen nur Briefmarken mit lateinischen Schriftzeichen verwendet werden dürfen.
Neue Mitglieder ?
Alle Vereine verlieren Mitglieder. Selbst Organisationen bekommen den Schwund zu spüren. Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Feuerwehr oder Rotes Kreuz, alle vermelden stark rückläufige Mitgliederzahlen. Man sieht das Ergebnis, aber jeder vermutet andere Ursachen: Von allgemeiner Verunsicherung ist die Rede, geändertes Freizeitverhalten soll ein Grund sein, die Überalterung der Gesellschaft, mangelndes Interesse der Jugend.
Nehmen wir einen Philatelistenverein in einer Kreisstadt mit rund 35.000 Einwohnern irgendwo in Bayern:
"Ausländer"-Anteil über 10% (In Bobingen z.B. waren es vor vier Jahren 13,9%). Diese Bevölkerungsgruppe dürfte aus vielerlei Gründen (Sprache) keine große Rolle als Vereinsmitglieder spielen.
"Rentner"-Anteil extrem hoch, da viele Bundeswehr-Angestellte / Soldaten hier pensioniert wurden. Theoretisch eine interessante Zielgruppe. Nach einigen Renten- / Steuer- / Gesundheits-Reformen sind bei dieser Bevölkerungsgruppe jedoch die finanziellen Mittel äußerst knapp. Erstaunlich viele Rentner üben Nebenbeschäftigungen aus. Überall trifft man auf ältere Mitbürger, die sich nebenbei etwas zur kargen Rente dazuverdienen müssen. Somit ist auch hier das Potential für Vereinsmitglieder in Wirklichkeit gar nicht so groß, wie es auf den ersten Blick aussieht.
Die Jugend ? "Ausländer"-Anteil in manchen Schulklassen über 50%. Nach der Schule: Über 80 Bewerbungen/Absagen bei der Suche nach einer Lehrstelle. Der daraus resultierende Frust treibt den Jugendlichen bestimmt nicht in einen Verein.
Bleibt der Rest der Bevölkerung. Offiziell liegt die Arbeitslosenquote hier bei nur 5,5%, es ist eine der niedrigsten in Deutschland. Bei den Beschäftigten könnte zukünftiges Mitgliederpotential liegen. Es könnte, aber: Betrachtet werden muß die Situation der Familie, und da sieht es gar nicht rosig aus. Die Familieneinkommen sind drastisch gesunken. Hatten die Ehefrauen früher die Möglichkeit, durch eigenes Einkommen die Kasse kräftig aufzubessern, ist das heute kaum mehr möglich. Überall werden Vollzeitstellen in 400€-Jobs umgewandelt. Sonderzahlungen wurden gestrichen. In keiner Branche weiß der Arbeitnehmer, wann er die Kündigung bekommt. Andererseits sieht sich die Familie mit steigenden Kosten konfrontiert. Hobby und Vereinsbeiträge kommen als Einsparmöglichkeiten da gerade recht. Wo, bitte, ist denn nun das zukünftige Vereinsmitglied ? Man schafft es nicht, Otto Normalverbraucher an die Wahlurne zu bringen, wie soll er in einen Verein gebracht werden ? Zu pessimistische Gedanken ?
Man müsste ein Werbekonzept entwickeln, das vereinfacht lauten könnte: "Vergiß 2 x im Monat Deine ganzen Probleme, komm in unseren Verein !"
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