Briefmarken

Die Briefmarke

Was ist überhaupt eine Briefmarke ? Jeder kennt sie, aber eine Definition zu finden, ist sehr schwierig. Daher einige Definitionen zur Auswahl:


Definition des Erfinders des Briefmarke, Sir Rowland Hill:

"Stücke(n) von Papier...gerade groß genug, um den Stempel zu tragen und auf der Rückseite mit Leim bestrichen"


Definition gem. Prüfordnung Bund Philatelistischer Prüfer
(Anhang zur Prüfordnung):


Postwertzeichen

Postwertzeichen sind von einer zur Wahrnehmung des Postdienstes autorisierten Stelle (staatliche Behörde, Postverwaltung, lizenziertes privates Unternehmen) oder in deren Auftrag hergestellte und herausgegebene Marken und Ganzsachen, die

a) als Quittung für eine bestimmte postalische Leistung (einschließlich der Verwendung im Innendienst), oder
b) als Bestätigung der Postgebührenfreiheit (z.B. Portofreiheitsmarken, Feldpostmarken), oder
c) als Voraussetzung der Zulassung zur Postbeförderung (z.B. Zwangssteuermarken, Nachportomarken, Feldpostzulassungsmarken) dienen.

Wenn Postämter Marken oder Gebührenzettel unter besonderen Bedingungen herstellen oder herstellen lassen (Lokal- oder Notausgaben), liegt ein Postwertzeichen vor, wenn dessen bedarfsmäßige Verwendung nachgewiesen ist oder wenn die Posthoheit wahrnehmende Autorität diese Ausgabe sanktioniert hat.

Postwertzeichen sind ferner Freimarken, die in Wertzeichendruckern hergestellt werden, Freistempel (Post- und Absenderfreistempel, Internetfrankaturen) sowie Internationale Antwortscheine (IAS).

Privatpostmarken werden ebenfalls als Postwertzeichen bezeichnet, solange sie von einer staatlich konzessionierten Privatposteinrichtung verausgabt werden. Voraussetzung ist ausdrücklich eine staatliche Anerkennung und Zulassung zur Ausübung eines Postbetriebes mit Annahme, Weiterführung und Zustellung von Postsendungen von und an jedermann. Dabei kann dieser Postdienst regional oder lokal beschränkt sein.

Keine Postwertzeichen sind Hinweiszettel, die keine Voraussetzung für die Zulassung zur Postbeförderung darstellen, sondern lediglich Hinweise für die postalische Behandlung von Sendungen geben (z. B. Einschreiben, Express, Luftpost, "Gebühr bezahlt Empfänger" usw.).

Ohne Vorliegen einer autorisierten Postlizenz sind von privater Seite hergestellte Marken keine Postwertzeichen, sondern Vignetten.

(zitiert aus “LV aktuell”, Landesverband Bayerischer  Philatelisten-verein e.V.
Heft 2/290, Dezember 2004)

Gerichtliche Definition:

Das Bonner Landgericht vor dem Hintergrund des Umtausches DM/€-Marken:
(aus: Philatelie, Nr. 326, Seite 46)

Briefmarken sind trotz Herausgabe durch das Bundesfinanzministerium nicht mehr als amtliche Wertzeichen, sondern als "INHABERMARKEN" definiert.

Da die Briefmarken ausschließlich über die Deutsche Post verkauft würden, könnten sie im Gegensatz zu früher nicht mehr den Status amtlicher Wertzeichen im Sinne eines Zahlungsmittels beanspruchen, sondern seien als Inhaberschuldmarken eine Art Anrechtsschein auf eine bei Abgabe schon bereits definierte Beförderungsleistung. Briefmarken sind auf Verrechnung gerichtet, zwar nicht auf eine bestimmte Leistung gerichtet (mit Briefmarken können ganz unterschiedliche Porti ausgeglichen werden) aber sie sind in ihrer Verwendbarkeit - so das Gericht - von vorneherein stark eingeschränkt. Sie werden auch nur von der Deutschen Post akzeptiert, so daß diesen schon von daher nicht der Charakter eines Zahlungsmittels mehr zukommt.


Die erste Briefmarke

Eigentlich erfunden von einem österreichischen Finanzbeamten der Wiener Hofpostverwaltung im Jahre 1835. Jedoch dauerte der österreichische Entscheidungsprozeß sehr lange, so daß der Vorschlag von Rowland Hill aus dem Jahr 1837 schneller zum Resultat führte, am 1.5.1840 erschien die "Black Penny".
Die erste deutsche Briefmarke erschien am 1.11.1849 in Bayern (Schwarzer Einser)


Die erste farbige Briefmarke

Sie erschien 1845 in Basel ("Basler Dybli")


Die erste Sondermarke

1871 gab die peruanische Post die erste Sondermarke anläßlich des 20-jährigen Bestehens einer Eisenbahnlinie heraus.


Die wertvollste Briefmarke

Unbekannt, diese Frage ist ebenso wie die Frage, welches das teuerste Gemälde ist, nicht zu beantworten. Ein Preis jenseits der 10 Mio € dürfte für einige Marken zu erzielen sein, sofern sie auf den Markt kommen würden: 1c Britisch-Guyana von 1856 dürfte dazu gehören, ebenso die 3 Sk gelborange von Schweden aus 1855 (nur je 1 Stück bekannt).
Die Blaue Mauritius ist zwar viel beliebter, aber mit 12 bekannten Stücken längst nicht so selten.


Die Zähnung

Der Brite Henry Archer erfand 1850 eine Maschine zur Zähnung von Markenbogen.


Die Schriftzeichen

Der Weltpostverein (UPU) hat festgelegt, daß für internationale Sendungen nur Briefmarken mit lateinischen Schriftzeichen verwendet werden dürfen.